10 wichtige Fakten über Autoimmunhepatitis

 

Was ist AIH?

Autoimmunhepatitis (AIH) ist eine seltene Leberkrankheit, bei der das eigene Immunsystem (= das körpereigene Abwehrsystem zum Schutz vor Krankheiten) Leberzellen angreift. Dies führt zu einer Leberentzündung. Autoimmunhepatitis kann ein akutes Leberversagen auslösen oder als chronische Krankheit zur Leberzirrhose führen.

 

Was ist die typische Inkubationszeit?

Unbekannt

 

Was ist die Ursache und der Auslöser einer Autoimmunhepatitis?

Unerforscht. Das eigene Abwehrsystem kann nicht mehr zwischen „fremd“ und „eigen“ unterscheiden und greift die eigenen Leberzellen an. Es werden „zufällige“ Auslöser, wie zB Belastung durch Umweltgifte, Impfungen, Infektionen uä angenommen.

 

Ist AIH heilbar?

Da die Krankheit sozusagen selbstgemacht ist, ist in den einschlägigen Forschungsberichten nur von Ruhen die Rede. Ohne Behandlung kann AIH bis zur Lebertransplantation führen.

 

Ist Autoimmunhepatitis ansteckend?

Nein, „auto“ bedeutet ja selbst-tätig.

 

Wer ist davon betroffen? Wie weit ist AIH verbreitet?

Überwiegend Frauen, und zwar ganz junge und ältere ab ca. 50 Jahren, in Österreich statistisch 60 Neuerkrankungen pro Jahr. In Westeuropa sollen 2-17 von 100.000 Einwohnern an einer AIH leiden. Ein bekannter Hepatologe in Wien spricht von etwa 12 neuen Erkrankten pro Jahr, die bei ihm in der Klinik in Behandlung sind.

 

Was sind die Symptome?

Es gibt oft keine Symptome, manchmal Müdigkeit, leichte grippeähnliche Symptome, heller Stuhl, dunkler Urin, Fieber oder eine Gelbfärbung der Haut/Augen.

 

Wie kann man eine Autoimmunhepatitis diagnostizieren?

Die Diagnose ist schwierig und dauert oft längere Zeit. Leberwerte werden gemessen, eine Biopsie der Leber ist oft zur Absicherung nötig.

 

Wie wird Autoimmunhepatitis behandelt?

Die Therapie wird gewöhnlich mit Immunsuppressiva durchgeführt, die das Immunsystem dämpfen, kombiniert mit Cortison-Präparaten. Diese Medikamente können Nebenwirkungen haben, ohne Immunsuppression kann die Krankheit jedoch tödlich verlaufen. Durch die Medikamente kann die AIH dauerhaft zur Ruhe kommen, was eine normale Lebenserwartung ermöglicht. Meist ist eine langfristige Erhaltungstherapie notwendig, um ein erneutes Auftreten der AIH zu vermeiden. Es ist keine „sanfte“, alternativmedizinische Behandlung gegen Autoimmunhepatitis bekannt. Schreitet die Autoimmunhepatitis trotz Therapie voran und entsteht eine Zirrhose mit Komplikationen, kann eine Lebertransplantation weiterhelfen.

 

Was ist für PatientInnen und Angehörige wichtig?

Der Kontakt mit den behandelnden ÄrztInnen ist für die compliance (= Oberbegriff für kooperatives Verhalten der PatientInnen im Rahmen der Therapie) wichtig. Alles, was die Lebensqualität erhöht, unterstützt die Behandlung. Dazu gehört auch das Angebot der Hepatitis Hilfe Österreich mit Einzelberatung, Infopoint Gesunde Leber, Informationen und Kontakte mit der Untergruppe Autoimmunhepatitis. (www.gesundeleber.at)

 

Quellen:

Aus der Seite der Deutschen Leberhilfe www.leberhilfe.org, Zugriff 3.2.2014 Aus PHOENIXprint, wissenswert, Ausgaben 3 + 4/2013, Artikel von A.Farkouh und M.Matousek