Hier finden Sie Beispiele dafür, dass die Diagnose von AIH oft ein sehr mühevoller, nervenaufreibender Weg sein kann ....

Timeline Diagnoseweg A

 

Oktober 2010:

Grippeimpfung auf Empfehlung

Ich bin berufstätig, betreibe Sport und habe keinerlei Krankheitserscheinungen, eine gewisse Müdigkeit, die mich schon länger begleitet, keine gelben Augen.

 

November 2010:

Großflächige braune Flecken auf Armen und Beinen beunruhigen mich und ich gehe zu meiner Hausärztin, Überweisung zur Blutuntersuchung –> erhöhte Leberwerte

 

Dezember 2010:

Blutuntersuchung -> Leberwerte steigen weiter

 

Jänner 2011: nach 2-wöchiger Kontrolle der Blutwerte -> Leberwerte auf über 1000

 

Erste Hälfte Februar 2011:

Anruf der Hausärztin an meinem Arbeitsplatz -> „Sie müssen nach Hause gehen, sofort, und Ihre Leber ausruhen lassen“

Niedergeschmettert, quasi mit offenem Mund fahre ich nach Hause, meine Leber ausruhen lassen? Wovon? War sie angestrengt? Ratlos! Ein Telefonat mit meiner Schwester bringt einen Draht zu einem Hepatologen im KH Hietzing

 

Zweite Hälfte Februar 2011:

Ultraschall und Blutuntersuchung, Leberbiopsie

Diagnose gestellt: AUTOIMMUNHEPATITIS

 

Seit 2011 bis heute, 2014:

Medikation mit Immunsuppressiva und Cortison

Hauptsächlich Nebenwirkungen der Medikamente beeinflussen Lebensqualität, Berufstätigkeit, finanzielle und soziale Situation schwerwiegend.

 

März 2014:

Der Hepatologe stellt das erste Mal einen Auslassversuch für Herbst 2014 oder Frühjahr 2015 in Aussicht!

Glück!!

 

Timeline Diagnoseweg B

 

2012

Allgemeines Unwohlsein – persönlicher Verdacht auf Nahrungsunverträglichkeiten – Lactose- und Fructoseintoleranztest, beide negativ – anhaltende Verdauungsprobleme

 

10/2012

Sehr starkes Unwohlsein, welches ich auf Arbeitsstress zurückführe – Gefühl des Ausgepowertsein, nahe vor dem Kollaps zu stehen – zum Hausarzt, um Schilddrüsenwerte zu checken, da ich diese als Ursache für das Unwohlsein vermute – sind aber OK, meine Leberwerte allerdings sehr stark erhöht – Krankenstand und Beginn der Ursachenforschung bzw. eines Ärztemarathons – zuerst Ultraschall, da Verdacht auf Gallensteine – o. B.; nur eine geringgradige Steatosis Hepatis (Fettleber) ist angeblich erkennbar, wird aber aufgrund der Blutwerte ausgeschlossen.

 

11/2012

Vom Hausarzt an die Leberambulanz überwiesen, da Leberwerte weiter steigen – jede Menge Blutabnahmen, doch kein eindeutiges Ergebnis – Verdacht auf AIH wird erstmals in den Raum gestellt, kann aber nicht bestätigt werden, da IgG nicht erhöht und keine Antikörper vorhanden sind, beides wäre typisch für AIH – trotzdem Beginn einer Therapie mit Budesonid (Cortison) – Leberwerte sinken

 

12/2012

Kontrolle – Leberwerte wieder gestiegen – Behandlung mit Budesonid wird abgebrochen – MRT der Leber

 

01/2013

MRT o.B. – Leberwerte weiter gestiegen – Leberbiopsie geplant

 

02/2013

Biopsie bestätigt Verdacht der AIH – nochmaliger Therapieversuch mit Budesonid – wegen chaotischer Behandlung Ambulanzwechsel

 

03/2013

Beginn der Behandlung mit Azathioprin und Cortison – Leberwerte sinken

 

04/2013

Relativ hohe Cortisondosis verursacht einige Nebenwirkungen: Bluthochdruck, Herzrasen, Müdigkeit, Erschöpfung

 

05 – 12/2013

Versuch Cortison langsam zu reduzieren, Azathioprindosis wird beibehalten – jede Menge Nebenwirkungen wie z.B.Haarausfall – Versuch die passende Erhaltungsdosis der Therapie zu finden gelingt noch nicht – Leberwerte immer noch nicht im Normbereich – steigen tlw. wieder an – Azathioprindosis wird letztendlich erhöht – es bleibt Abwarten und Hoffen und VIEL Geduld!

 

01 – 03/2014

150 mg Aza sind scheinbar zuviel – Übelkeit, Magenprobleme haben wieder zugenommen und daher wird die Absetzung von Azathioprin beschlossen; von nun an alleinige Therapie mit Prednisolon 7,5 mg. Immerhin sind die Leberwerte fast im Normbereich und ich fühle mich recht gut. Bei erneutem Anstieg der Transanimasen wird ein Wechsel auf ein anderes Immunsuppressivum (Tacrolimus) in Erwägung gezogen. Knochendichte ist OK, nur ein Ultraschall der Leber zeigt keine wesentliche Änderung (Steatosis Hepatis) bzw. Verbesserung.